Bosch Schlagbohrmaschine GSB 21-2 RCT: Spannhals ungenau gefertigt?

Gelöschter Benutzer
Geschrieben am
Hallo zusammen,

meine Freude über die nagelneue leistungsstarke Bosch hat soeben einen extremen Dämpfer verpasst bekommen.

Habe die Bohrmaschine in meinen Bohrständer (Duss KB43) eingespannt und bei einer 20mm Probebohrung in Stahl fast die Maschine gegen den Schädel bekommen - die Maschine hat sich in der kraftschlüssigen Halterung verdreht.

Jetzt habe ich den Fehler erst bei mir vermutet, allerdings war der Halter schon ziemlich fest angezogen. Jetzt habe ich ihn angeknallt und kann leider nur geringfügige Besserung feststellen.

Leider liegt der Fehler offensichtlich zum Teil bei der Maschine: der Spannhals hat keinen gleichbleibenden Durchmesser. Das erlaubt zum Einen keinen sauberen Kraftschluss, zum Anderen ergibt sich Spiel im gesamten Aufbau. Der Unterschied beträgt über die Höhe des Spannhalses über 3/10mm!

Direkt am Futter messe ich knapp 43mm, weiter oben im Bereich der Nasen für die formschlüssige Verbindung nur noch zwischen 42,65 und 42,70mm.

Könntet ihr bitte mal zum Vergleich die Spannhälse eurer GSB 21-2 RCT o.Ä. messen? Für den Bohrständer ist die Maschine so leider nicht ungeeignet.

Der Halter des Duss Bohrständers ist nagelneu, hat allerdings im angezogenen Zustand 2/10mm Differenz im Innendurchmesser zwischen "oben" und "unten". Ich überlege den Steg in der Mitte des Halters rauszutrennen, sodass zumindest dieses Problem gelöst wird. Momentan addieren sich diese beiden Ungenauigkeiten jedenfalls zu 5/10mm. Inakzeptabel bei einer Bohrkonstruktion für 650€ neu.

Gruß,
Phil
Aktivität
Branchenerfahrung seit
1994
Branche
Elektroinstallation
Geschrieben am
hallo
nur mal zum verständnisss.
du bohrst einen 20 mm bohrer in stahl.
mit welchen grössen hast du den vorgebohrt bis du den 20 er ins eisen gedrückt hast?
und welche materialstärke hast du ?


Dieser Beitrag wurde editiert von Michael Lechner am 25.10.2012, 21:35 Uhr
Begründung: ergänzung

Gelöschter Benutzer
Geschrieben am
Hallo Michael,

ist ein Stufenbohrer von Exact, 5mm Materialstärke in Baustahl S235, völlig harmlos, geht selbst mit dem 10,8V Aldi Akkuschrauber. Im Übrigen war die Bohrmaschine völlig unbeindruckt von dem Test. Die Haltekraft ist händisch locker zu bewältigen.

Das Argument Überlastung oder Betrieb außerhalb des vorgesehenen Bereiches brauchen wir wohl nicht diskutieren, schließlich ist das kein Wendelbohrer.
Was soll ich dann erst bei Lochsägen machen? Die ziehen mehr an mir als ein kleiner Stufenbohrer.

Gruß,
Phil

Dieser Beitrag wurde editiert von Bosch Experten-Team am 25.10.2012, 21:51 Uhr
Begründung: Anrede zugefügt

Aktivität
Branchenerfahrung seit
nicht freigegeben
Branche
Schlosserei/ Stahl-/ Metallverarbeitung
Geschrieben am
Moin Phil,

nochmal meine Meßwerte an dieser Stelle
vorne am Futter 42,9mm und bei den Nasen 42,7mm!
Bei eingespanntem Bohrer und seitlichem Druck auf diesen ist ein minimales seitliches Spiel fühlbar.

Hier auch die Frage von mir an Bosch warum wird der Hals nicht wie bei anderen Herstellern maschinell nachgearbeitet? Ist das der Qualitätsanspruch von Bosch?

Gruß Heiko
Gelöschter Benutzer
Geschrieben am
Hallo zusammen,

habe heute eine weitere GSB 21-2 RE (nicht RCT) unter die Lupe genommen - der Spannhals hat das gleiche Problem. Am Futter zwischen 42,9 und 43,0mm, im Bereich der Nasen unter 42,7mm.

Original von Carsten Rödl am 26.10.2012, 09:28 Uhr
Gerne Philippe!

Bin noch an der Lösung wegen deiner GSB schreib ich dann in deinen Beitrag, bitte Geduld! Gruß Carsten


Carsten, die Lösung wäre furchtbar simpel. Mehr Fleisch in der Gussform lassen und das Getriebegehäuse dann abdrehen. Ein nachträgliches Abdrehen wäre bei dem aktuellen Gehäuse kritisch, da man bei ca. 42,5-42,6mm Außendurchmesser landen würde.

Eine heute gemessene Metabo SBE 1000 hat exakte 43mm über die gesamte Länge des Spannhalses.

Gruß,
Phil

Dieser Beitrag wurde editiert von Bosch Experten-Team am 26.10.2012, 15:39 Uhr
Begründung: Präzisierung

Aktivität
Branchenerfahrung seit
nicht freigegeben
Branche
Bosch Mitarbeiter
Geschrieben am
Hallo Philippe und Mitleser,

die GSB 21-2 RCT Professional ist ein wahres Kraftpaket. Der Bohrbereich für Bohren in Stahl ist bis 10 mm im 2. Gang und bis 16 mm im 1. Gang angegeben und getestet. D. h. Bohren in Stahl mit 20 mm, da ist die Maschine leicht überfordert, aber kurzzeitig ist das sicher möglich, vor allem wenn z. B. mit Durchmesser ca. 8 mm vorgebohrt wird. Der genannte Stufenbohrer benötigt nicht so viel Leistung, für eine 20 mm Bohrung muss mit 12 mm vorgebohrt werden, danach ist es mehr oder weiniger ein Ausweiten auf den gewünschten Durchmesser.
Zum Thema der Nase am Spindelhals:
auf Grund der hohen Leistung ist der 43 mm Spannhals an der Maschine mit einer "Nase" ausgestattet. Am Zusatzhandgriff sind Vertiefungen in welche die Nase einrastet. Damit wird durch Formschluss das hohe Drehmoment sicher gehalten, vor allem beim "Durchbrechen" des Bohrers. Ein Kraftschluss nur durch Spannen des Zusatzhandgriffes oder der Aufnahme im Bohrständer kann dies nicht erreichen.
Wegen der Nase kann der 43 mm Spannhals nicht bearbeitet werden.
Das Getriebegehäuse ist aus einem hochpräzisen Aluminium Druckguss hergestellt und leicht konisch mit geringen Toleranzen. Für die Verwendung der GSB 21-2 RCT Professional empfehlen wir deshalb unseren Bohrständer DP 500. In dieser Kombination ist die Aufnahme am Bohrständer und der Spannhals an der Maschine optimal aufeinander abgestimmt.

Mit den besten Grüßen
Das Bosch Blau Experten-Team

It's in your hands. Bosch Professional.

Gelöschter Benutzer
Geschrieben am
Hallo Bob,

danke für deine rasche Antwort. Leider ist diese absolut unbefriedigend.

Der Stufenbohrer stellt - natürlich im ersten Gang - an eine solche Maschine wohl keine gesonderte Herausforderung dar. Wir sprechen hier immerhin von 1,3kw. Immerhin sind wir uns hier einig.

Ein Formschluss ist generell sehr zu begrüßen und wurde bei der GSB sinnvoll umgesetzt. Dennoch ist ein sauberer Kraftschluss von zwei Metallpartnern mindestens ebenbürtig (s. Morsekonus Aufnahme). Der Vergleich des Kunststoffhangriffs mit dem Grauguss Halter des Bohrständers hinkt daher gewaltig.

Die Behauptung ein Abdrehen des Halses sei nicht möglich, ist schlichtweg falsch. Die Nasen (es sind 4 Nasen im Abstand von je 90°) reichen nicht bis zum Futter. Daher ist ein Einspannen der Maschine in den Bohrständer überhaupt erst möglich und ein Abdrehen wäre aus industrieller Fertigungsperspektive ein Kinderspiel. Alternativ wäre spindeln möglich.
Metabo beispielsweise schafft es  bei der SBE1100 ebenfalls einen gedrehten Spannhals und gleichzeitig Nasen für einen Formschluss unterzubringen - das System ist absolut identisch, nur sind die Nasen der Bosch ringsum verteilt und nicht zu Dritt an einer Stelle wie bei der Metabo SBE1100.
http://www.bilder-speicher.de/120518121611...plus-seite.html

Die Bosch GSB 21-2 RCT besitzt klare Vorteile gegenüber der Metabo: einhülsiges Hartmetallspannfutter, 200w mehr Leistung, bessere Gehäuseverarbeitung, Getriebe lässt sich ohne Drehen der Achsspindel schalten, Einschraubfunktion, 6003 Hauptlager (größer) statt nur 6002 Lager. Nutzt mir allerdings rein gar nichts, wenn die Maschine im Bohrständer nicht zu spannen ist. Im Baugewerbe, wo die Maschine nicht im Bohrständer verwendet wird, würde ich die Bosch jederzeit vorziehen.

Die Fertigung des Gehäuses ist alles andere als "hochpräzise". Fast 4/10mm Toleranz bei meiner Maschine und 3/10mm bei der GSB 21-2 RE sind nicht Stand der Technik. DeWalt schafft es ja auch bei den Akkuschraubern präzise Guss-Spannhälse zu fertigen - ohne Nachbearbeitung. Die Toleranzen liegen unter 1/10mm und bewegen sich zwischen 42,9X und 43,00mm. Das Problem der GSB 21-2 ist das extreme Untermaß des Spannhalses im Bereich der Nasen (bzw. davor, falls hierauf wieder rumgeritten wird). Ein 43mm Spannhals kann nicht konische 42,65mm ausgleichen. Überhaupt bin ich verwundert, warum ein bewusst konischer Spannhals gefertigt wird.

Die Empfehlung den qualitativ herausragenden Duss Bohrständer aus Grauguss gegen ein vergleichsweise wackeliges Konstrukt aus Alu einzutauschen, ist vermessen. Mich wundert doch sehr die Aussage, dass der DP500 Bohrständer auf den Spannhals der GSB abgestimmt sein soll. Das würde eine bewusst konische Fertigung mit Untermaß in oberen Bereich des Halters bedeuten. Damit wäre dieser Bohrständer nicht für Maschinen mit gedrehten Spannhälsen wie Fein, Metabo, Duss etc. zu gebrauchen. Deren Spannhälse sind nämlich zylindrisch gedreht und mit exakt 43mm maßhaltig.
Vielleicht besteht die "optimale Abstimmung" aber auch einfach in fehlender Verwindungssteifigkeit des Bosch Bohrständers bzw. dessen Halters. Diese steht hier aber nicht zur Debatte.

Hier geht es nur um den Spannhals der GSB 21-2 RCT/RE - und hier besteht Klärungs- und Handlungsbedarf, um einem professionellem Anspruch gerecht zu werden.

Gruß,
Phil

Aktivität
Branchenerfahrung seit
nicht freigegeben
Branche
Schlosserei/ Stahl-/ Metallverarbeitung
Geschrieben am
Moin Phil,

hab bei mir auch noch mal geschaut, bei meinen Metabos (BE75-16, SBE900 Impuls) Sowie z.B. der wirklich starken Protool DRP20 Sind die Spannhälse maschinel bearbeitet aber trotzdem Nasen vorhanden! Kann es sein dass das Problem eher an der dünnen Wandstärke durch größere Lager der 21-2 RCT liegt?

Gruß Heiko 
Gelöschter Benutzer
Geschrieben am
Hallo Heiko,

danke für die Ergänzung.

Gerade weil das 6003er Lager mehr Platz in Anspruch nimmt sollte eigentlich kein 10tel durch unpräzise Gussformen verschwendet werden.

Gruß,
Phil
Gelöschter Benutzer
Geschrieben am
Hallo,

hat jemand etwas Neues zu diesem Thema?
Carsten Rödl, du vielleicht?

Gruß,
Phil