Erste Erfahrungen und Testbericht zur GKS 10,8 V-LI
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Mein erster Eindruck von der Maschine war etwas gemischt, muss ich zugeben. Ich hatte eigentlich auch keinen Verwendungszweck oder wusste zum Zeitpunkt noch gar nicht wofür man so eine kleine Maschine überhaupt braucht. Aber der Preis ist nicht besonders hoch und aus diesem Grund habe ich sie mehr oder weniger aus Neugier bestellt.
Als ich sie dann das erste Mal in der Hand hielt dachte ich, was will man mit so einem "Spielzeug"  überhaupt machen? Das Gerät ist sehr klein, leicht, hat ein winziges, dünnes Sägeblatt und zudem noch eine recht niedrige Umdrehungszahl. Ich dachte, ist das alles? Aber mir gefiel die hochwertige Verarbeitung. Der Tisch ist nicht aus Blech sondern Alu. Die Höhen- oder Neigungsverstellungverstellung lassen sich gut bedienen und ansonsten ist die gesamte Verarbeitung was Material angeht aus meiner Sicht Bosch typisch gut.

Die Maschine lag die erste Zeit ungenutzt in der L-Boxx bis mich ein Freund fragte ob ich ihm helfen könne. Er wollte auf einen alten Dielenboden OSB-Platten verlegen um Unebenheiten etwas auszugleichen und später darauf Laminat legen zu können. Wir hatten dazu eine Materialwahl von 12mm getroffen. Ich dachte, eine gute Gelegenheit, die Maschine mal auszuprobieren. Hatte an Sägen also nur die kleine GKS 10,8 V-LI und die  Stichsäge GST 10,8 V-LI für eventuelle Ausklinkungen eingepackt.

Als ich dann hin kam, sah ich, das 15mm Platten geliefert wurden. Da bekam ich schon ein leicht mulmiges Gefühl. Als wir dann die erste Platte auf den Boden gelegt hatten, viel uns auf, dass an zwei Stellen die Dielen etwas weiter unten waren. Zum unterfüttern wollten wir 4mm HDF Streifen unterlegen. Mein Freund hatte noch eine alte Rückwand im Schuppen stehen wovon wir ein paar Streifen abschneiden wollten. Ich habe bei meiner neuen, vorher ungenutzten Mini-Handkreissäge den Parallelanschlag montiert und bin mit runter in den Schuppen gegangen. Die Säge angesetzt und mich gewundert warum es teilweise so schwer geht. Ich dachte, das wird peinlich heute...

Erst nach dem Schnitt hatte ich gesehen, dass an der Platte zuvor etwas abgeschnitten wurde und die ursprüngliche Schnittkante leicht wellig war. So hatte sich der Parallelanschlag der GKS 10,8 mit dem Sägeblatt verklemmt. Die 15mm OSB-Platten dagegen schnitt die kleine Kreissäge zu meiner Überraschung bei angemessenem Vorschub nahezu "wie Butter" und die Säge fing an mir immer besser zu gefallen.

Doch zunächst die wichtigsten technischen Daten im Überblick:

- 10,8 Volt System
- 1400 U/min
- 26,5mm max. Schnitttiefe
- 85mm Sägeblatt Durchmesser (20 Wechselzahn montiert)
- 0-45 Grad Neigungswinkel
- 1310g Gewicht (mit 2Ah Akku)
- Max. Schnittbreite am Parallelanschlag: 100mm

Meine Säge stammt aus dem preislich vorteilhaften Click&Go Programm. Das bedeutet, dass sie samt Zubehör in einer L-Boxx geliefert wurde. Im Lieferumfang befand sich neben der Maschine der Parallelanschlag, ein Absaugadapter und drei Zylinderkopfschrauben zur Befestigung der Zubehörteile. In der L-Boxx Einlage ist Platz für Ladegerät und Akkus welche aber nicht dabei waren. Leider findet der Parallelanschlag keinen vorgesehenen Platz und fliegt lose in der Kiste herum. 

Am Griff befindet sich ein gefederter Hebel welcher nach rechts oder Links gedrückt werden kann um den Ein-Schalter betätigen zu können. Auf der rechten Seite ist die vom 10,8V Programm bekannte Akkuladestandsanzeige. Davor eine rote LED welche z.B. bei Überlast oder Überhitzung aufleuchtet.
Ich benutze die Säge mit der rechten Hand. Aus ergonomischer Sicht, wäre die Anzeige meiner Meinung nach auf der linken Seite besser gewesen.
Die Griffform ist ist wie bei den 10,8V Schraubern. Das Gerät lasst sich sehr angenehm halten.

Um die Schnitttiefe einzustellen, muss an der Hinterseite eine Flügelschraube gelöst werden. Dann kann die Grundplatte verstellt und die Schnitttiefe an der Scala abgelesen werden. 
Die Feststellschraube für die Neigungseinstellung befindet sich vorn an der Säge. 
Die Schnittlinie wird durch eine helle LED gut ausgeleuchtet welche sich beim einschalten der Maschine automatisch hinzuschaltet.

Die Säge schneidet mit einem 85mm Sägeblatt, welches werksseitig mit 20 HM-Wechselzähnen bestückt ist. Dieses Sägeblatt misst nur knapp über 1mm Materialstärke. Zum wechseln verfügt die kleine GKS über eine Spindelarretierung und an der Unterseite befindet sich ein passender Imbusschlüssel um das Sägeblatt zu lösen.

Der Säge liegt ein praktischer Anschlag bei. Er kann sowohl als Parallelanschlag als auch als Führungsschienenadapter verwendet werden.
So kann mit der kleinen GKS 10,8 V-LI auch schnurgerade mit der Führungsschiene gesägt werden. Das besondere: Bosch denkt auch hier wieder etwas weiter. Der Anschlag hat zwei unterschiedlich breite Führungsnuten, so kann die Säge beispielsweise auch auf der Festool Schiene geführt werden.

Ist der anschraubbare Absaugadapter montiert, werden die anfallenden Späne direkt dort abgesaugt wo sie entstehen - vor dem Sägeblatt!

Eines gefällt mir bei der Sache aber nicht.
Der Anschlag oder auch der Absaugadapter wird mit den mitgelieferten Zylinderkopfschrauben befestigt wozu man den Imbusschlüssel benötigt. Dieser ist zwar in Griffnähe an der Unterseite der Maschine angebracht, ich würde hier aber weitere Flügelschrauben mit Federn bevorzugen. Wahrscheinlich ist aber hier zu wenig Platz dafür. Die Schrauben sollte man im losen Zustand nicht in der Grundplatte belassen da sie sich durch entstehende Vibrationen herausdrehen und evtl. verloren gehen können.

Mein Fazit:
Nach anfänglicher Skepsis gefällt mir die Maschine mittlerweile echt gut. Sie ist leicht und handlich und verwendet man eine Führungsschiene, kann man mit ihr schnurgerade schneiden. Die Leistung war für meine Anwendungszwecke bisher ausreichend. Das Gerät ist wie alle anderen mir bekannten 10,8 V Geräte von Bosch sehr sauber verarbeitet. Leider bietet Bosch keine weiteren Sägeblätter an wie z.B. eines für Laminat, hier kann man sich aber aus dem Zubehörprogramm anderer Hersteller bedienen.

Diesen Bericht findet ihr mit vielen Fotos auf meinem Blog unter www.HolzwurmTom.de

Viele Grüße
Thomas 


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Guter Bericht :-)

Musste auch mal wieder ein Neuer her. Die Anderen sind ja schon ein wenig älter.
erstellt von Holzwurm-Tom am 05.09.2015, 23:59 Uhr

Eines gefällt mir bei der Sache aber nicht.
Der Anschlag oder auch der Absaugadapter wird mit den mitgelieferten Zylinderkopfschrauben befestigt wozu man den Imbusschlüssel benötigt. Dieser ist zwar in Griffnähe an der Unterseite der Maschine angebracht, ich würde hier aber weitere Flügelschrauben mit Federn bevorzugen. Wahrscheinlich ist aber hier zu wenig Platz dafür. Die Schrauben sollte man im losen Zustand nicht in der Grundplatte belassen da sie sich durch entstehende Vibrationen herausdrehen und evtl. verloren gehen können.
 
Nein...Platz ist genug, wenn die Schraube lang genug ist. Hab an der GKS und der zum GDC umgebauten Maschine längere Rändelschrauben drin. Es hat einfach genervt jedes Mal den Schlüssel nehmen zu müssen. Das ist sonst bei kaum einer anderen Maschine so.

Gruß GW

ACHTUNG: Texte können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten! Zu Risiken und Nebenwirkungen konsultieren Sie ihren Psychiater.

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Hey Thomas,
wirklich sehr schöner Bericht- sehr anschaulich, gut erklärt und dargestellt. Macht Spass, zu sehen!
Gruss, Dietmar Hirsch
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Moin
Wie immer klasse gemacht, Daumen hoch!
Ist nicht meine Voltklasse, aber etwas Senf packe ich bei:
Würde mich jemand mit so einer Säge, die ich bisher nie kennengelernt habe, auf den Bau schicken um 15er OSB zu verlegen würde mein privater scharfer Fuchsschwanz heimlich mitgenommen, wer weiss....
Bisher galten solche Gerätschaften, die es so ähnlich auch schon seit vielen Jahren in der TV-Werbung gibt, für mich als Murks, was für Bastler die eine richtige Kreissäge ohnehin lieber nicht bedienen sollten.
Solche Tests wie hier von Thomas, zeigen wieder einmal deutlich auf was die Akkutechnik so drauf hat, ich glaube ihm auch 1:1 das er wirklich enmasse OSB damit zerlegt hat.
Für mich wieder einmal ein echtes Leckermachen, allerdings in 18/36V, nach rechts abfallend wie es sich gehört und auch mit Schiene, da braucht man nicht ständig auf den Riss schauen, ist bequemer.
Vielen Dank für den Test!
Gruss Willy
 
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Hallo Thomaas,

wie immer ein sehr schöner Test von dir. Wie ich in dem Video sehen kann, ist die Farbe von deinem Sägeblatt komplatt verschmiert. Konntest du mit ihr problemlos gerade säge ?  Ich habe es nach meiner Odys­see nämlich aufgegeben eine Säge zu bekommen, die wirklich gerade sägt.

Gruß Leo
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Hallo Tom,

sehr schöner Bericht von dir, der liest sich wie ein Werbetext von Bosch :-).
Bosch sollte dich einstellen und deine Videos benutzen, die wären dann wenigstens von einen Fachmann und sind dann auch noch Praxis bezogen.

 Eines gefällt mir bei der Sache aber nicht. 
Der Anschlag oder auch der Absaugadapter wird mit den mitgelieferten Zylinderkopfschrauben befestigt wozu man den Imbusschlüssel benötigt. Dieser ist zwar in Griffnähe an der Unterseite der Maschine angebracht, ich würde hier aber weitere Flügelschrauben mit Federn bevorzugen. Wahrscheinlich ist aber hier zu wenig Platz dafür. Die Schrauben sollte man im losen Zustand nicht in der Grundplatte belassen da sie sich durch entstehende Vibrationen herausdrehen und evtl. verloren gehen können. 


Die Inbusschrauben habe ich durch Rändelschrauben ersetzt, und sind immer in der Grundplatte. Wenn du welche brauchst kann ich dir beim Bob - Treffen gerne welche mitnehmen. 


Gruß
Kony
 

Geht nicht, gibt es nicht!

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Hi Kony,
super Idee mit den Rändelschrauben - Ich gleich in den Keller gerannt und die der GOF ausprobiert, doch leider sind diese zu dünn. 

Gruß
Thomas
 

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Hallo Tom,

sehr schöner Bericht - wieder einmal!

Zu dem Problem mit den Schrauben habe ich auch einen Lösungsvorschlag für Dich.

Gruß Bluefire

www.instagram.com/bluefiretools