Multiplex Kanten hobeln

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Hallo,
ich habe in der Vergangenheit schon diverse Möbel aus Buche Multiplex gebaut. Meist habe ich dazu zumindest an einzelnen Stellen das Holz so verleimt, dass sich größere Flächen aus den Sichtkanten ergeben. Ich hoffe es ist nachvollziehbar was ich hier schreibe. Das sieht wirklich toll aus, aber ist zum Schleifen eine Sauarbeit.

Jetzt bin ich auf die Idee gekommen, diese Arbeit zu erleichtern, indem ich diese Flächen hoble. Nur bin ich mir nicht sicher, ob das gelingt. Immerhin ist ja die Hälfte der Fläche Hirnholz, wenn auch nur in schmalen Streifen...

Vorneweg, ich habe praktisch Null Erfahrung mit hobeln jedweder Art, müsste also schon ein wenig Üben. Bloß bin ich mir nicht sicher, ob das überhaupt zielführend ist. Von Hand will ich das nicht machen, sprich ein Elektrohobel sollte her. Allerdings ja nur, wenn ihr mir Hoffnung gebt, dass man damit auch zielführend mein Problem lösen kann.
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Guten Tag @olivern,

manchmal hilft auch ein Bild für das bessere Verständnis.-)
Hast Du durch verleimen an der Längskante größere Platten erhalten oder durch Aufdopplung an der Kante der Platte eine größere Plattenstärke?

Gruß
sinus50
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Moin,

das geht, habe ich mit dem GHO 40-82 C mit Birke MPX auch schon gemacht. Es kann, wie Du schon richtig erkannt hast, durch die immer in einer Richtung ungünstig liegenden Holzfasern zu Ausrissen kommen. Hielt sich hier zum Glück in Grenzen, aber eine Garantie dass bei Deinem Holz nichts passiert kann Dir natürlich keiner geben. Die Kombi aus Hartholz und viel Leim beim MPX ist für den Hobel eine Herausforderung, also nicht zu schnell arbeiten wollen bzw. zu stark drücken. Die Hartmetallmesser machen das eine ganze Weile lang gut mit, trotzdem immer die Schärfe im Blick behalten und reagieren, sobald sich abzeichnet, dass die Schneide nachlässt. Ohne Nachschleifen wird es natürlich auch nicht gehen, das sollte aber eh klar sein.

Wenn Du Dir einen Hobel anschaffst: a) Garantieverlängerung! und b) Hobelsohle und Ausrichtung der Messerwelle genau kontrollieren. Lichtspalt ist auch wenn's anders aussieht nur eine grobe Abschätzung; besser prüft man das mit einer möglichst geraden Kante und Fühlerlehre. Stahl-Straightedge ist dabei mit Vorsicht zu genießen, da es die Alu-Hobelsohle verkratzen kann und der HM-Schneide beim Prüfen des Schneidenflugkreises auch nicht unbedingt gut tut.

Testhobeln an Restholz bis Du die Führung (d.h. genauer: wann der Hobel wo wie belastet werden muss um eine saubere Oberfläche zu bekommen) des Geräts verinnerlicht hast.

Handhobel (also ohne Elektro, denn die Bosch GHOs heißen offiziell auch 'Handhobel' um sie von Stationärgeräten zu unterscheiden) sind bei sowas auch nicht verkehrt, Stichwort Putzhobel. Meine Einschätzung für die Holzart wäre: mittelgroßer Hobel, relativ steiler Messerwinkel. Messer sollte sauscharf geschliffen sein, und häufig nachgeschliffen werden aufgrund von Verschleiß durch den hohen Leimanteil. Aber da haben die echten Tischler bzw. Schreiner hier vielleicht noch bessere Tipps.


Gruß
kuraasu
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Hier mal 2 Beispielbilder was ich so mach bzw meine
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Danke für die Bilder, das erleichtert die Sache schon.

Das sieht ja klasse aus, tolle Projektarbeit. ++
Ich würde es erstmal so wie von dem Kollegen kuraasu vorgeschlagen machen. Alternativ oder ergänzend mit einem Bandschleifer arbeiten.

Weiterhin viel Erfolg bei Deinen Projekten.

Gruß
sinus50
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Ordentliche Größe. Hast Du eine Tischkreissäge? Für solche Arbeiten eigentlich unerlässlich, um wiederholgenau die ganzen Streifen herzustellen. Dann bleibt auch nicht mehr so viel Nacharbeit übrig. Die schon einigermaßen feine Ausrichtung der Teile untereinander beim Verleimen erfolgt gut mit Runddübeln. Die zugehörigen Bohrungen erstellt man zweckmäßigerweise auf einer Tischbohrmaschine (PBD ist da schon ausreichend) mit Schablone / Anschlag, so dass diese immer im gleichen Abstand zum Rand sitzen.

Mit dem Elektrohobel wirst Du bei großflächigen Teilen wie der Tür möglicherweise ein Problem bekommen, nämlich dass der Elektrohobel leicht Kanten in die Fläche hobelt. Das Hobelmesser ist üblicherweise zum Falzhobeln an der einen Seite der Sohle ausgerichtet und erzeugt dann genau mit dieser Messerecke Riefen in der Oberfläche. Dafür reicht schon ein geringes Verkanten des Hobels aus. Wenn die Messerwelle und die Hobelsohle nicht absolut 100% zueinander ausgerichtet sind (was leider vorkommen kann, daher der vorherige Hinweis das sorgfältig zu prüfen), dann braucht man noch nicht einmal Verkanten, sondern der Hobel macht das "von alleine".

Was einen möglichen Handhobel angeht: bei den Flächen wäre schon eher was in Richtung Raubank angebracht, um auf eine plane Oberfläche hinzuarbeiten.
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Moin
Ich dachte ich guck nicht richtig...(:)
Die gesamte Front in Hirnholz. mal was anderes, toll !!
Wie Sinus sagte, BANDSCHLEIFER oder BREITBANDSCHLEIFER (gabs mal in blau)..
Ein  guter Excenter mit ordentlich Abtrag (grosser Schwingkreis, grobe Körnung) tut das aber auch und da ist das Risiko Macken rein zu schleifen geringer.
Für den Feinschliff später würde ich nur Excenter/Schwingschleifer mit kleinem Schwingkreis und feiner Körnung nehmen.
Eventuell, bin mir nicht ganz sicher, könnte eine Grundierung des Hirnholzes bspw mit G4 (Voss Chemie) dafür sorgen das sich die Fasern besser glätten lassen, wenn denn aber eine Probe machen, G4 ist in 30min hart..
Richtig glatt, glänzend wirst du es nur mit Grundierungen+Lackschichten schaffen, so ohne alles wird es immer stumpf bleiben.
Aber das ist auch Geschmackssache.
Gruss Willy
Gruss Willy


 
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Die Abgebildeten Projekte habe ich mit Bandschleifer, Schwingschleifer begradigt. Ein Saugeschäft... Zudem habe ich mittels 10er Dübeln die Teile fixiert, nen Bohrständer braucht nicht. Ob die Dinger winklig drin sind ist ja egal. Zugesägt mittels Tauchsäge und Vorrichtung. Das passt schon. Aber wenn ich das lese scheint ein elektrischer Hobel eher problematisch zu sein... Schade.
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erstellt von olivern am 25.03.2019, 20:11 Uhr
Zudem habe ich mittels 10er Dübeln die Teile fixiert, nen Bohrständer braucht nicht. Ob die Dinger winklig drin sind ist ja egal.

Genau da würde ich mal probehalber ansetzen. Wenn die Dübel nämlich schief sitzen, ziehen sich die Teile beim Verpressen / Verleimen aus der Flucht raus. Senkrechte Dübellöcher verhindern das.

Wie gesagt, die grüne PBD 40 bringt einen da schon einen guten Schritt voran. Viele hier schwören auch auf die GSB 21-2 RCT im Bohrständer; oft fällt dabei der Firmenname Wabeco.

Die Elektrohobel sind dort zu Hause, wo schnell mal ein oder zwei Millimeter Material weg müssen (also zum Schlichten), oder meterweise Kanten gefast oder tiefe Falze gehobelt werden sollen. Feine Arbeiten gehen, erfordern aber viel Übung und einen perfekten Hobel (Abweichungen nur im Bereich 1/100 mm).
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Ich richte die Leisten aus, Spann sie fest, so dass sie bündig sind, bohre in dem Zustand windschiefe Dübellöcher (bei mehreren Richtungen verzieht sich da nix). Dann wird verleimt und die Dübel gesetzt. Dadurch das die in verschiedene Richtungen schief sind wird das Ganze gesichert. Mit nem Bohrständer (ich nutze einen FAMAG) ginge das natürlich auch in gerade, aber es ergibt sich bei mehreren Dübeln in "krumm" eben eine 3 dimensional Fixierung. Da hab ich ein bissle experimentiert, das ist am schnellsten und einfachsten. Anfangs habe ich die Stücke ein wenig mit Überstand gesägt bzw verleimt und dann mit dem Bündig Fräser gearbeitet... War auch nicht so irre...