paralleles und rechtwinkliges Bohren mehrerer Löcher in Beton

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Dachdecker/ Zimmermann
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Guten Tag,
als Dachdecker stehe ich häufig vor dem Problem, Sekuraten auf Flachdächern befestigen zu müssen.

Sekuranten sind Anschlagseinrichtungen, an denen sich je nach Ausführung bis zu 3 Personen, mit Seil und Sicheringsgurt, gegen das Abstürzen von der Dachkante sichern können.
Sekuranten bestehen aus einem ca. 70 mm dicken Stahlrohr, auf welches oben eine Anschlagöse und unten eine Grundplatte aufgeschweißt sind.

Die Grundplatte muss ich befestigen. In Ortbeton stellt dies in der Regel kein Problem dar. In der Grundplatte befinden sich Löcher, durch die mit Schwerlastankern, in den Beton befestigt wird.
Problematisch wird es z.B. bei Hohlkammerdecken oder Leichtbetondecken, die auf Trägern aufliegen.
Hier werden die Grundplatten von unten gekontert.
Soll heißen: In gleicher Größe wie die Sekuranten - Grundplatte gibt es eine Konterplatte. Beide haben das gleiche Format und die gleichen Vorbohrungen. Die Platte Unten muss passgenau unter der Platte Oben liegen. Es müssen mindestens 4 Löcher, 12 - 16 mm dick, durch die Decke gebohrt werden, durch die dann bis zu 70 cm lange Gewindestangen durchgesteckt werden, welche oben und unten die Platten mit Muttern sichern. 

Und jetzt das Problem: es geling nur bei höchstens 5 - 10% der Sekuranten, im ersten Anlauf so zu bohren das alles passt. Meist muss von unten oder oben noch mal kräftig nachgebohrt oder gestemmt werden um passgenau zu sein. Die Einzellöcher sind später bis zu 40 mm groß. Es gelingt fast nie, gerade und parallel zu Bohren, da der Bohrer abgelenkt wird und schräg bohrt. Ablenkungen erfolgen oft durch die innere Rundung der Holhkammer oder durch Armierungsdrähte, die aber auf keinen Fall getrennt werden dürfen.

In der Regel arbeiten wir mit 2 kg Bohrhämmern, 16 mm Bohrer, ca 50 - 60 cm lang.

Kennt jemand bessere Bohrmöglichkeiten , Schlagbohrstative oder ähnliches?

Vielen Dank für alle Anregungen.


PS: Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
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Hallo,

wenn denn zudem auch noch eventuelle Armierungseisen in keinem Fall getrennt werden dürfen, kann ich mir nicht vorstellen, wie da eine wie auch immer geartete Lösung zum genau senkrechten Bohren helfen täte. Andererseits, werden die nicht fast zwangsläufig vom Bohrer durchtrennt, der macht doch nicht vor so ein "bißchen" Eisen halt?! Wie dem auch sei, bei 60cm Bohrtiefe bedeutet -wenn ich mich nicht schwer verrechne- jedes Grad Abweichung von der Senkrechten schon ca. 1cm Verschiebung am Austrittsende. Gibt es die unteren Platten nicht in einer etwas größeren (in Relation zur oberen) Ausführung, die noch nicht vorgebohrt ist? Ich könnte mir vorstellen, daß vielleicht nur 5cm breiter und länger eine Lösung darstellt. Dann bohrt man halt so senkrecht es eben geht von oben durch, hält die untere (dann etwas größere) Platte von unten gegen und bohrt erst dann die Löcher in die untere Platte. Nur so eine Idee...

Gruß
Torsten
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Dachdecker/ Zimmermann
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Hallo Torsten,
danke für die Anregungen.

Die Plattengröße wird für jedes Dach vom Sekurantenhersteller neu festgelegt. Dadurch ist eigentlich gewährleistet, dass man um die Bewährungs- oder Spanneisen großzügig drummherum kommt. Sollte man doch auf Eisen treffen, so merkt man ja, dass es erst mal nicht weiter geht, wo man sonst einen guten Bohrvortrieb hatte. Wenn wir das merken, wird der gesamte Sekurant leicht verschoben, um die Eisen nicht zu zertrennen. Dies bedeutet allerdings auch, alle Löcher neu zu bohren.
Um genauer Anzeichnen zu können, ist mir jetzt eingefallen, dass es von der "roten Marke" ein 2 teiliges Ortungsgerät gibt, welches von beiden Seiten gleichzeitig angehalten wird. Dies zeigt dann punktgenau, wo man gegenüber hin muss. Das zeigt auch den Deckenaufbau an, so dass Armierung umgangen werden kann.

Die Abweichung liegt je nach Deckendicke und je nach Mitarbeiter bis zu geschätzten 4 cm.
Dann nehme ich auf der Gegenseite das beste Loch, markiere mit der Platte die Löcher neu, und bohre dann entgegengesetzt. Dabei entstehen dann die beschriebenen großen Löcher.

Größere Konterplatten mit selbst zu bohrenden Löchern wird es wohl nicht geben. (Habe allerdings auch noch nicht gefragt)
Ich gehe davon aus, dass der Hersteller dies für nicht zulässig erklärt, da er nicht weiß, ob wir das Teil dann vernünftig verzinken, und ob die Abstände zum Rand der Platte groß genug sind. (Wenn die Platte dann wirklich groß genug gewählt ist, sollte dies dann entfallen)
Das sind alles genormte und geprüfte Bauteile, immerhin hängen da Menschenleben drann.

Die Bohrtiefe duch den Beton liegt bei max. ca 25 cm. Größere Bohrer- und Gewindestangenlängen ergeben sich dann, wenn die untere Platte noch unter einem Stahlträger oder ähnlichem montiert wird.
Das Problem an einem Stativ sähe ich darin, dass ich zwar Punktgenau losbohren kann, aber dass sich der Bohrer im Loch biegt und dann schräg weiter bohrt. Das Biegen beobachte ich oft bei den innen runden Hohlkammern. Der Bohrer kommt gerade in der Kammer an, und trifft dann auf die innere Schräge der Kammer. Da geht es dann schief weiter.

Vieleicht wäre Kernbohren geeignet.
Da sehe ich aber das Problem, dass ich das Eisen evtl. nicht bemerke, und es dann durchbohre. Weiterhin könnte das Kühlwasser Probleme bereiten, da dies evtl. nicht in das Gebäude oder in das Dachschichtenpaket laufen soll.

MfG Christian
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Hochbau
Geschrieben am
Hallo Christian

Von der roten Fraktion gibt es eine sogenannte Bohrhilfe die ich letztens auf einem Lehrgang
zum ersten mal sah, mit dieser Lehre bohrst Du in einer 1m Betontplatte auf 2 cm genauigkeit,
was bei einer Bohrung ohne dieser Lehre ca. 6 cm sind.Dieses ist von der TU Dortmund nachgwewiesen.
Die Bohrhilfe ist Bestandteil des H....ti Rebar Koffer und kann auch bestimmt einzeln gekauft werden

Volker

Gelöschter Benutzer
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guude,

ich würde meine bohrhämmer hinten mit einer dosenlibelle versehen, oben mit einer normalen libelle. (warum haben nicht schon längst alle bohrhämmer solch eine ausstattung zur lösung dieses permanenten problems?)
dann zuerst mit einem 6 mm bohrer 100 bis 150 mm tief vorbohren.
so sollte eine recht hohe präzision auch austrittseitig zu erzielen sein.

gutes wirken! justus.
Gelöschter Benutzer
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Nach genauer Überlegung schlage ich Ihnen folgende Lösung für das Problem vor:

Hierzu würden Sie 4 Röhren als Führung für den Boher benötigen, zB. mit 16 mm Innendurchmesser. Diese vier Röhren werden mittels Flachmaterial paralell auf die Maße der 4 Bohrungen der zur Befestigung miteinander verschweist. Eventuell kann noch eine Vergrößerung der Aufliegefläche mittels seitlich ausladenden Stützen erfolgen.

Zur Anwendung: Bohren Sie das erste Loch durch die Lehre, so sollte, ist die Lehre genau gefertigt, rechtwinklig sein.

In das erste Loch wird eine Bolzen bzw. Gewindestange oder Rundmaterial zur Arretierung gesteckt. Nun kann das zweite Loch durch die Lehre gebohrt werden, und anschließend mittels einem weiteren Bolzen fixiert werden. So können nun die letzten beiden Löcher durch die Lehre gebohrt werden. Diese sollten dann alle planparalell zueinander sein.

Beste Grüße und Gelingen wünscht
Micha