Testbericht Akku-Handkreissäge GKS 18 V-LI
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Ich hatte heute die Gelegenheit meine kürzlich erworbene GKS 18 V-LI in der Praxis zu testen und gleichzeitig einen Vergleich zu meiner GKS 65 CE und der Ryobi 18 Volt Akku-Handkreissäge zu ziehen.

Man sollte dabei auch nicht unberücksichtigt lassen, dass die Ryobi nur ein Drittel so teuer wie die GKS 18 V-LI ist.

Der Test sollte mir 3 Fragen beantworten:

1. Liefert die GKS 18 V-LI ein gutes Ergebnis?
2. Wie schlägt sie sich gegen die erheblich günstigere Ryobi?
3. Würde die GKS 18 V-LI unter Umständen sogar eine GKS 65 CE oder ähnliche Modelle überflüssig machen?

Der erste (optische) Eindruck ist schonmal gut: Alles sieht recht solide aus, die Einstellmöglichkeiten sind komfortabel zu bedienen, der Knopf für die Spindelarretierung und der an der Maschine angebrachte Innensechskantschlüssel ermöglichen einen schnellen und problemlosen Blattwechsel. Nur der Stutzen für die Staubabsaugung liess mich eine wenig 'stutzen': Er muss extra angeschraubt werden, wenn man mit externer Absaugung oder dem mitgeliefertem Spänefangsack arbeitet und MUSS demontiert werden, wenn man ohne Absaugung arbeitet. Auch die Position erschien mir seltsam, so als ob auf diese Art und Weise mehr daneben geht als aufgefangen wird. Nun gut, es bleibt bei Spekulationen, ich habe dann heute mal ohne Staubabgsaugung gearbeitet.

Die mögliche Schnitttiefe ist für eine Säge dieser Grösse hervorragend, der mitgelieferte Parallelanschlag ein bisschen mickrig, aber aussreichend, sofern man überhaupt mit Parallelanschlägen bei Kreissägen arbeitet - Ich zumindest nicht. Eine Drehzahlregelung ist (leider) nicht vorhanden, der Einschaltknopf mit der zugehörigen Entriegelung ist sowohl für Rechtshänder als auch Linkshänder gut zu bedienen und garantiert eine ausreichende Sicherheit. Die Bodenplatte ist - wie schon an anderer Stelle erwähnt - aus Aluminium-Druckguss und ermöglicht ein absolut spielfreies Sägen in Kombination mit der Führungsschiene. Sehr gut!

Die GKS V-LI ist grösser und wirkt 'bulliger' als die Ryobi, bei der ich immer das Gefühl hatte, ein Kinderspielzeug in den Händen zu halten, ist dabei aber auch nur unwesentlich kleiner als die GKS 65 CE - mit eingebautem 3AH Akku ist das Gewicht trotzdem sehr angenehm und das Handling hervorragend - auch wenn man kurioserweise zum Ablesen des Akkuladestandes den Akku erst abnehmen muss.

Heute galt es 18mm Spanplatten zu zersägen, insgesamt 22 Meter waren zu bewältigen, eine Aufgabe die eine Säge mit diesen technischen Daten und dieser Preisklasse locker bewältigen sollte.

Dem war nicht ganz so: Zwar hat die Säge die komplette Aufgabe mit weniger als einer Akkuladung erledigt, trotzdem hatte ich ständig das Gefühl, an die Grenzen ihrer Kraft zu stossen. Nicht dass die Säge gequält geklungen hätte, steckenblieb oder langsamer wurde, nein, es war eher so das Gefühl, dass man z.B. bei einer GKS 65 CE nicht hat, wenn die sich durch solche 'Biberkotze' (amerikanische Bezeichnung für Pressspan) durchfräst als ob es Butter wäre. Nein, die kleine GKS 18 V-LI ist mit Sicherheit nicht fürs Grobe gebaut worden, und mit ihr zeigen sich anscheinend die Grenzen der derzeit verfügbaren Akku-Technologie, mit einer Akku-Handkreissäge eine kabelgebundene Säge ersetzen zu wollen ist schlicht und einfach Illusorisch.

Gegenüber der Ryobi kann sich die GKS 18 V-LI behaupten, allerdings nicht mit einem Vorsprung, der den Preisunterschied gerechtfertigen würde, aber in Punkto Schnitttiefe (zumindest der theoretischen) und Akkulaufzeit hat die GKS 18 V-LI die Nase ganz weit vorn.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man von einer Akku-Handkreissäge keine Wunder erwarten darf, dass sie eine kabelgebundene Handkreissäge schonmal gar nicht ersetzen kann, jedoch in einer Situation, in der kein Netzanschluss verfügbar ist trotzdem eine wertvolle Hilfe sein kann. Aller früheren Skeptik zum Trotz bin ich mit meinem Kauf äusserst zufrieden, was nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen ist, dass man mit diesem gelungenem Design durchaus ein Statusobjekt in der Hand hält, mit dem das Arbeiten auch einfach Spass macht.

Die Farbe meiner Werkzeuge ist mir egal, solange sie blau sind^^

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Hallo ybarian,

vielen Dank für den aufschlußreichen Test! Nachfolgend ein paar Fragen/Anmerkungen...
...der Knopf für die Spindelarretierung und der an der Maschine angebrachte Innensechskantschlüssel ermöglichen einen schnellen und problemlosen Blattwechsel.
-> Wäre mir persönlich nicht so wichtig, denn wie häufig wechselt man das Blatt an einer HKS?! Aber ist natürlich schön, wenn eine Arretierung vorhanden ist.
Nur der Stutzen für die Staubabsaugung liess mich eine wenig 'stutzen': Er muss extra angeschraubt werden, wenn man mit externer Absaugung oder dem mitgeliefertem Spänefangsack arbeitet und MUSS demontiert werden, wenn man ohne Absaugung arbeitet.

-> Das muß dringend verbessert werden! Eine Absaugung, und sei es auch nur der Spänesack, muß ohne weitere Werkzeuge in sekundenschnelle montiert werden können. Keinesfalls darf daß zu "...heute mal ohne Staubabgsaugung gearbeitet." führen.
Eine Drehzahlregelung ist (leider) nicht vorhanden...
-> Braucht man die wirklich (bei einer Akku-HKS)?
Die Bodenplatte ist - wie schon an anderer Stelle erwähnt - aus Aluminium-Druckguss und ermöglicht ein absolut spielfreies Sägen in Kombination mit der Führungsschiene. Sehr gut!
-> In der Tat "Sehr gut!". Hier hat Bosch die "Fehler" der Vergangenheit nicht wiederholt, prima.

...auch wenn man kurioserweise zum Ablesen des Akkuladestandes den Akku erst abnehmen muss.
-> Warum dieses? Wird die Ladung im angedockten Zustand nicht angezeigt oder kann man die Anzeige nicht sehen, weil verdeckt?
...zeigen sich anscheinend die Grenzen der derzeit verfügbaren Akku-Technologie, mit einer Akku-Handkreissäge eine kabelgebundene Säge ersetzen zu wollen ist schlicht und einfach Illusorisch.
-> Was ich vermutet habe :-)


Viel Spaß mit der GKS 18 V-LI wünscht
Torsten







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Hallo @Torsten,

also, ich wechsele die Sägeblätter schon, speziell um die 'Guten' zu schonen wenn es mal 'Biberkotze' oder ähnliches zu sägen gilt, deshalb hatte ich für den gestrigen Einsatz das original Sägeblatt mit 12 Zähnen aufgespannt.

Die Drehzahlregelung vermisse ich wesentlich schmerzlicher bei dem Akku-WInkelschleifer, aber auch bei meiner schnurgebundenen Kreissäge habe ich beim Kauf darauf geachtet, die GKS 65 CE zu nehmen, man gerät immer mal wieder in eine Situation, in der sich eine Drehzahlregelung auszahlt - auch wenn das bei der GKS 18 V-LI eher unwahrscheinlich erscheinen mag.

Das mit der Bodenplatte hat bei mir in einer Hinsicht doch 'gemischte Gefühle' hinterlassen, ich vermute wenn mir meine GKS 65 CE mit Stahlblechgrundplatte mal runterfällt, dürfte der Schaden wesentlich geringer sein - aber man kann halt nicht alles haben.

Wenn der Akku bei der GKS 18 V-LI eingesteckt wird ist die Ladestandsanzeige komplett verdeckt. Darüberhinaus finde ich eh schade, dass die 2,6AH und 1,3 AH Akkus über keine solche Anzeige verfügen.

Nu ja, und was die Grenzen der Akku-Technologie angeht: Bei meinen Ryobis war ich immer mit der Säbelsäge zufrieden, sowohl was die Laufzeit als auch die Leistung angeht, aber eine Kreissäge ist da schon eine ganz andere Herausforderung an die derzeit realisierbare Leistung.



Die Farbe meiner Werkzeuge ist mir egal, solange sie blau sind^^

Gelöschter Benutzer
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Hallo ybarian,

danke auch nochmal von mir für diesen auführlichen Testbericht.
Nach Deinen Worten komme ich aber eigentlich nicht umhin, dass Du festgestellt hast, dass man anständig mit der Maschine arbeiten kann, oder? Du hast jetzt nicht da gestanden und das Teil verflucht, weil es die Platten nicht entzwei schneiden wollte?!..
Der Vergleich mit einem Netzgerät ist immer schwierig, ich meine man würde die GLI Lampe ja auch nicht mit einem Baustellenstrahler vergleichen...
Der Vergleich hinkt, ich weiß, aber ich wollte nur sagen, dass man bei der Akkutechnologie auch mal die Kirche im Dorf lassen sollte..

Gruß
Johannes
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Hallo @Johannes,

beim Schneiden von 18mm Biberkotze hatte die Säge (subjektiv empfunden) einen (geringfügig) langsameren Sägefortschritt als z.B. die GKS 65 CE, bei dickeren Materialien (aber ich weiss beim besten Willen nicht ab welcher Materialstärke) fürchte ich das dem Handkreissägchen die Puste ausgeht. Die Akkulaufzeit erschien mir insoweit ausreichend, als das der Akku lange genug reicht, bis ein Zweit-Akku bereits wieder nachgeladen wurde. Wenn man also sowieso eher dünne Materialien schneidet und auf Akku-Betrieb angewiesen ist, dann dürfte die Säge empfehlenswert sein.
Du siehst, ich drücke mich extrem vorsichtig aus, wenn ich auch von mir selbst behaupten kann, dass ich schon zufrieden mit der Anschaffung bin und das bei einer kleinen Säge-Arbeit mal eben der Griff zum kleinen und handlichen Akku-Gerät die Arbeit doch erleichtert.

Und was den Baustrahler angeht: Die GLI VariLED ist echtes ein Teufelchen, meine Fresse, wenn das Ding nen Betriebsstundenzähler hätte, müsste meine bereits mal wieder zur Inspektion^^

Die Farbe meiner Werkzeuge ist mir egal, solange sie blau sind^^

Gelöschter Benutzer
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Hallo,

wie siehts es mit GKS 18 aus, wenn ich AluProfile zurecht stutzen will?
Auf dem Dach ist so'n Kabel halt störend. Und da schon zwei 18 V Geräte den Weg in meinen Maschinenpark gefunden haben, wäre sie irgendwie gut aufgehoben.

Viele Grüße

Alexander

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Hallo Alexander,

mit einem speziellen Metallsägeblatt kannst Du Alu-Profile bis zu einer Stärke von ca. 50mm "zurecht stutzen" Denkbar ist da ein Sägeblatt aus unserem Zubehörprogramm:

(wichtig: Sägeblatt Durchmesser: ca. 160 mm, Bohrung 20 mm)
Dir als Spezialisten für Alu-Bearbeitung muss man sicher nicht raten dass zum Kühlen des Sägeblattes Petroleum am besten geeignet ist. Dieses verhindert eine sog. Aufbauschneide am Sägezahn und man hat lange Freude am Sägeblatt.

Kabelfreie Frischluftgrüße
Das Bosch Blau Experten-Team

It's in your hands. Bosch Professional.

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 Hallo ybarian,

ich habe das Problem das bei meiner GKS 18 V LI die Grundplatte dh. der Null  Anriss in der Grundplatte für das Sägeblatt um ca. 2,5-3 mm verschoben ist und ich die Säge praktisch immer neben dem Anriss führen muss. 
Ist das bei deiner Säge auch so?

Viele Grüße
Kuddel 
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Hallo @Kuddel,

meine GKS 18 V-LI ist augenblicklich 'aushäusig', so dass ich das aktuell nicht überprüfen kann, abgesehen davon hab ich die Säge bisher nur mit Führungsschiene betrieben, so dass mir ein solches Manko bisher auch gar nicht hätte auffallen können.

Sobald ich das Ding wieder in den Fingern habe schaue ich mir das genau an und werde dann hier Bericht erstatten^^

Die Farbe meiner Werkzeuge ist mir egal, solange sie blau sind^^

Gelöschter Benutzer
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Hallo ybarian
Kannst du mir Helfen meine GKS 18 V-Li hat mal ebend so meine Nagel Neue FSN 140 fast sauber die Alu Schiene geschnitten! Dachte das nur die Gummilippe selber angepasst werden soll beim Einschneider der Schiene.
Die Schiene habe ich auf zwei Böcken mit einer 50 cm Breiten und 180 cm Langen etwa 3 cm Dicken Holz platte zum ersten Ansägen benutzt ich mußte leider festellen das ich wärend des Anschnittes die Schiene selbst angeschnitten habe wie kann das sein?
Die FSN hat nun eine Scharfe kante im Alu über der ganzen Länge.
Auch mit dem Spähnen auswurf bin ich bei der GSK unglücklich oder liegt es daran das ich den Adapter für den Absaug schlauch nicht befestigt habe?